und es geht weiter… Samstag: Früchte des Zorns

das conexion musical konzert ist vorüber und die schlussfolgerung dessen ist wohl, dass das peter weiss haus nicht der perfekte ort für hip hop veranstaltungen ist.
an diesem samstag geht es jedoch schon wieder weiter. ,,früchte des zorns“ kommen ins peter weiss haus. 20 Uhr ist Einlass. frühes erscheinen sichert entspannte plätze;) 4-7 euronen sind eintritt.

die vorfreude steigt

geiler scheiß

die oi-band produzenten der froide trennen sich von hasscontainer und stuttgart rock promotion. grund dafür sind veranstaltungen der beiden gruppen mit rechtsoffenen bands in der vergangenheit. zudem kündigen sie auch gleich für den 29.oktober ein „fuck the greyzone“ festival an.
ausführlich könnt ihr das hier lesen: produzenten der froide

gitte hænning – ich will alles

Jetzt leb ich jeden Tag aus,
jetzt trink ich jedes Glas leer
ich will nicht viel,
ich will mehr
jetzt bin ich frei und will alles

Ich lerne Spanisch und Bridge,
ich spiele Schach und Klavier
Ich kämpf gewinn und verlier und gebe nicht auf
ich will alles

Ich sage nie mehr vielleicht,
ich schrei hinaus, was ich fühl
Und setzte alles aufs Spiel
Ich will mehr
ich will mehr
ich will alles

Nie mehr bescheiden und stumm
Nie mehr betrogen und dumm
Nein – Ich will alles,
Ich will alles – und zwar sofort
ehe der letzte Traum in mir zu Staub verdorrt
Ich will leben,
will mich geben
so wie ich bin
und was mich kaputt macht nehme ich nicht mehr hin

Niemand speit mich ab, niemand macht mich satt
Zu lang hab ich verzichtet und mich selber klein gemacht
Ich will alles –
ich will alles
Sperr mich nicht ein, ich will nie mehr zu früh zufrieden sein

Ich baue Mauern aus Licht,
ich mache Wasser zu Wein
Ich fang den Augenblick ein,
denn ich bin frei und will alles

Ich will kein Zuschauer sein,
ich möchte selber was tun und immer wissen warum
Ich geb nicht nach – ich will alles

Ich will nie mehr was bereuen
Will nicht gescheit sein, nur klug
Will nicht perfekt sein, nur gut
Ich will mehr
ich will mehr
ich will alles

die nächsten beiden

saunaparty

am freitag sollte es dann endlich klappen. zwar auch mal wieder nicht perfekt, aber das macht es ja nur symphatischer. 2 tage vorher sagten nämlich donkey work arbeitsbedingt ab. spontan sprangen r!o aus greifswald ein und legten bei übelst schäbiger hitze einen feinen auftritt hin. trotz richtig schlechter werbung und gefühlten 50 grad im peter weiss haus kamen 150 menschen zum konzert. richtig fett also und auch die ska-combo ließ sich nicht lumpen und zockte fast 2 stunden. danach gab es mal wieder eine ausgelassene aftershowparty…
(fotos: fototeddy)

fucked forever! (trailer)

fucked forever page

antitainment – ich kannte die, da waren die noch real

die „anti-alle-anderen-band“ meldet sich zurück mit einem neuen album. also eigentlich schon vor 2 wochen, aber is auch jacke. ich kannte die, da waren die noch real heißt der scheiß und kommt als cd und vinyl daher (inklusive stickersammelalbum). auf den live-shows gibts die lp auch als farbiges vinyl in blau (limitiert auf 200 stück), also nächsten gig raussuchen, hinfahren und kaufen. über den zeitstrafe mailorder ist es natürlich auch möglich sich das ganz bequem ins wohnzimmer liefern zu lassen (klick). dann erspart mensch sich auch das schwitzen in irgendwelchen ajzs ;-)
michael blatt schreibt auf get addicted zum neuen album:

Nicht von der Kommandobrücke der Titanic aus, sondern den Eisberg noch mit voller Wucht eigenhändig in die Fahrrinne bugsierend. Verkehrte Welt auf dem Globus der Erwartungshaltung. Eine Woche auf Rotation gehört, reif für die Heilanstalt und endlich angekommen im Paradies der Gesunden. „…noch real“ ist das von Dilettantismus beherrschte Ergebnis einer in Tonspuren verewigten Doll/Mur-Jamsession, deren anarchistische Triebtätigkeit das Lebenswerk eines Michail Bakunin in den Schatten stellt. Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden, sondern nur noch genießen. Doch diese nach einer halben Stunde bei 200° kross gebackene Krötengrütze zwingt zwingend zum in die Tasten hämmern. Antitainment aufs Maul! Nackenbiss, Fliegenschiss, die Ersatzbank steht Spalier. Völler, hör die Sirenen! Die bescheuertste Band des Universums hat mit „…noch real“ endlich das dazugehörige Album aufgenommen. Das ist kein in Pergamentpapier gewickelter Punk, das ist genial und wie eh und je anti alle anderen.

antitainment page | myspace
zeitstrafe page

nachtrag zum konzert am freitag

wie schon länger angekündigt wird am freitag die ska-combo the offenders aus cosenza (it) im peter weiss haus zu gast sein. supportet werden sie von der potsdamer antifascist oi! band donkey work.
im vorfeld des konzerts wird es einen mobi-vortrag zur antifa-demo am 31.07. in anklam geben. um 20uhr gehts los.

16.07.

aggropunk und woher kommt der hass

im mai erschien der d-punk sampler aggropunk vol.1 als erstes machwerk des neu gegründeten labels aggressive punk produktionen, das nach eigenen aussagen einen „an­ti-​trend gegen die ein­schla­fen­de punk­be­we­gung sowie der mo­men­tan an­hal­ten­den flut von rechts­of­fe­nen und a-​po­li­ti­schen rock­bands wie frei­wild etc.“ schaffen will. umso mehr verwunderte der blick auf die samplerbeiträge. betontod? nich im ernst! nach so einer aussage ist betontod entweder ein schlechter scherz oder ein riesen griff ins klo. aber mit mächtig scheiße dran. vor kurzem dann äußerte sich matze vom label in einem interview beim onlie fanzine uggly punk genau dazu.

Ugly Punk: Wenn man es jetzt kritisch und kleinlich betrachtet, sind BETONTOD ja auch schon fast an der Grenze zum Deutschrock und in die haben sie es auch geschafft, wie halt auch auf den Aggropunk Sampler. Die zählen also scheinbar nicht dazu.
Naja, sie sagen doch selber von sich dass sie dazu gehören! Oder zumindestens dazu gehören wollen. Ich will jetzt da nicht ins Detail gehen, aber als wir mit den Sampler im Herbst 2009 begonnen haben, war diese Entwicklung noch nicht zu erkennen. Ihre Platte ist ja nur kurz vor unserem Sampler raus gekommen – aber der Sampler war schon lange davor fertig. Ohne den Jungs zu nahe treten zu wollen, aber wie zum Teufel kann man sich in einem Interview nur selber mit Freiwild auf eine Ebene stellen? Geschweige denn mit denen zusammen spielen. Aus heutiger Sicht würde ich wohl auf den Song verzichten. Keine Ahnung ob BETONTOD wirklich klar ist, was sie da machen… und dass sie wohl auch viele ihrer Fans vergraulen. Aber… Ihre Entscheidung.

ob d-punk ne feine sache ist oder der letzte scheiß – darüber lässt sich wahrscheinlich streiten, aber positiv überrascht hat auf jeden fall die berliner band kotzreiz, die mittlerweile auch auf dem label vertreten sind. musikalisch ne geile schiene und textlich kommt dabei ein wenig 90er-feeling. leider lässt der song emosau die euphorie schnell wieder verfliegen. woher kommt der hass?
wer lust hat sich mit dem thema „emophobie“ näher zu beschäftigen findet in der testcard #18: regress (erscheint beim ventil verlag) einen sehr interessanten und kritischen beitrag von martin büsser unter dem titel: zu zart für diese welt. woher kommt der hass auf emos? weiterführend dazu gibts das buch emo – porträt einer szene (herausgegeben von martin büsser, jonas engelmann und ingo rüdiger) ebenfalls beim ventil verlag.
buchbeschreibung:

Lidschatten, enge Jeans, schwarz gefärbte Haare – seit einigen ­Jahren hat sich Emo zu einer weltweiten Jugendkultur entwickelt. Doch der androgyne Emo-Style ist vielen Anfeindungen aus­gesetzt. Im Internet wimmelt es von Anti-Emo-Foren, in Lateinamerika kam es bereits zu Hetzjagden gegen Emos.

Mit diesem Buch liegt erstmals ein Sammelband vor, der Emo als Mode, Jugendkultur und Musikstil beleuchtet, ohne gängigen Vorurteilen zu erliegen. Welche Identitätskonzepte liegen Emo ­zugrunde? Ist Emo eine ernst­zunehmende Rebellion gegen ­traditionelle Geschlechter­rollen? Wie gehen Jugendliche mit dem Hass um, der ihnen ­entgegenschlägt?

Verschiedene Aufsätze erläutern die historische Entwicklung seit dem Emocore in den 1980ern. Interviews und Texte über Emo in Russland, Mexiko, Chile, Ägypten und der Türkei sowie eine ­kommentierte Diskografie geben Einblick in eine der meist­­disku­tiertesten Szenen unserer Zeit.
(ventil verlag)